Amerika-Institut
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Lebenslauf / Veröffentlichungen

Vita

  • seit 6/2012 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
  • seit 10/2011 Research Associate, Lasky Center for Transatlantic Studies, Amerika-Institut, LMU München
  • 2011/2012 Forschungsstipendiatin, Gerda Henkel Stiftung, Amerika-Institut, LMU München
  • 2008-2011 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Amerika-Institut, LMU München
  • 2010 Visiting Research Fellow, German Historical Institute, Washington D.C.
  • 2009/2010 Visiting Fellow, Department of History, Princeton University
  • 2008 Postdoctoral Research Fellow, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln; Lehrbeauftragte, Amerika-Institut, LMU München
  • 2007 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Geschichte, Universität Erlangen-Nürnberg; Mitarbeiterin der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Auswärtigen Amtes
  • 2003-2006 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Seminar für Zeitgeschichte, Universität Tübingen
  • 2006 Promotion Neuere Geschichte, Universität Tübingen
  • 2002 Magister Artium Neuere Geschichte, Universität Tübingen

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Lehre

SoSe 2011
Proseminar / Seminar Modul P 5:
Amerika und die „crisis of confidence“, 1968 bis 1980

WS 2010/11
BA-Übung für das 3. Semester:
Der Vietnamkrieg

SoSe 2010
Proseminar:
Die USA in den 1970er- und 1980er-Jahren

SoSe 2009
Proseminar:
Die Vereinigten Staaten und Westeuropa 1945 bis 2003

WS 2008/09
Proseminar:
Der Vietnamkrieg und die amerikanische Gesellschaft, 1960 bis zur Gegenwart

SoSe 2008
Proseminar:
Great Depression und New Deal: Amerikanische Gesellschaft und Politik in den 1930er Jahren

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Forschung

Allgemeine Schwerpunkte

  • Nordamerikanische und deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts
  • Geschichte der transatlantischen Beziehungen
  • Wissenschaftsgeschichte, Neue Ideengeschichte

Laufende Projekte

Die Entdeckung gesellschaftlicher „Komplexität“ in den 1970er Jahren

Im Zentrum dieses Forschungsvorhabens steht das Konzept sozialer „Komplexität“, das in den USA in den 1970er Jahren zeitgleich sowohl (1) im Bereich der Policy-Forschung und im Kontext innenpolitischer Debatten als auch (2) in Theorien der internationalen Beziehungen und in der Außenpolitik diskutiert wurde. Die Kategorie der „Komplexität“ verbreitete sich relativ rasch, die Diskussionen erreichten um Mitte des Jahrzehnts ihren Höhepunkt, verloren dann aber bereits zum Ende der 1970er Jahre wieder an Intensität. In historischer Perspektive vermag diese kurze Konjunktur des Konzepts Licht auf Diskontinuitäten und Besonderheiten der 1970er Jahre zu werfen. Ziel des Projektes ist es zu erklären, warum das Konzept sozialer Komplexität sich gerade in diesem Zeitraum und in diesen beiden Bereichen ausbreitete und wie diese Bereiche miteinander zusammenhingen. Meine vorläufige These dazu lautet, dass die „Entdeckung gesellschaftlicher Komplexität“ in den 1970er Jahren als Teil eines besonderen Moments zu betrachten ist, in dem sich die Realität in den Augen zeitgenössischer Beobachter den bislang verfügbaren Theorien und Kategorien und damit sowohl dem intellektuellen Zugriff als auch politischer Kontrolle zu entziehen schien.

 

Das amerikanisch-europäische Verhältnis im politischen Denken der USA, ca. 1968-1989

In diesem Projekt geht es um die Frage, wie die USA ihr Verhältnis zu Westeuropa seit den späten 1960er Jahren neu ordneten. Die Überlegungen über das transatlantische Verhältnis waren in den USA der 1970er Jahre von dem Bewusstsein geprägt, dass die Rolle Amerikas in der Welt in Veränderung begriffen war und dass viele der Grundannahmen und Selbstverständnisse, die der Außenpolitik der Nachkriegsära zugrunde gelegen hatten, einer Revision bedurften. Neuverortungen im Verhältnis zwischen den USA und Europa waren eng verbunden mit Debatten über amerikanische Identität und das Selbstverständnis einer angeschlagenen Weltmacht, deren 200. Geburtstag 1976 Anlass zu ausführlicher Introspektion gab. Aus Sicht der transatlantischen Akteure in Politik, Wissenschaft und Medien befanden sich viele Dinge gleichzeitig im Fluss, man sah sich in einer Übergangszeit, in der man überkommene Denkmuster für veraltet hielt. Vor diesem Hintergrund fiel es jedoch schwer, die neuen Parameter der Beziehung zu Europa klar zu definieren. In den 1980er Jahren allerdings konsolidierten sich erneut ältere Denkmuster wie etwa das Nachkriegskonzept des „Atlanticism“.

Den Kern des Forschungsvorhabens bildet somit nicht die „Realgeschichte“ der transatlantischen Beziehungen, sondern es geht darum zu untersuchen, wie das amerikanisch-europäische Verhältnis in den USA gedacht worden ist, welche Wahrnehmungs- und Deutungsmuster die damaligen Diagnosen und Grundsatzreflexionen bestimmten, welche unterschiedlichen Wissensformen und Wissensbestände in die zeitgenössischen Überlegungen einflossen und wie sich diese mit anderen Debatten namentlich über gesellschaftlichen Wandel verflochten. Zu den wichtigsten gesellschaftstheoretischen Ansätzen und Ideen, die in die Reflexionen über „Amerika und Europa“ hineinspielten, zählte beispielsweise Daniel Bells Konzept der „postindustriellen Gesellschaft“. Daneben lässt sich der Einfluss populärwissenschaftlicher Zeitdiagnosen wie etwa von Alvin Tofflers „Future Shock“ ablesen, oder von breiteren Epochendeutungen wie Zbigniew Brzezinskis „Between Two Ages“. Darüber hinaus war das in den 1970ern nachdrücklicher als zuvor artikulierte Lamento über eine schwerwiegende „Krise“ der amerikanisch-europäischen Beziehungen eng mit den diversen inneramerikanischen Krisendiskursen jener Zeit verknüpft, die 1979 darin gipfelten, dass Jimmy Carter der Nation eine umfassende „crisis of confidence“ attestierte.

 

Abgeschlossene Projekte

Die pragmatische Wende: Die Max-Planck-Gesellschaft und die Sozialwissenschaften 1975 – 1985 (Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2010)

Im Mittelpunkt dieses Forschungsprojekts stand die Frage, warum die Max-Planck-Gesellschaft 1984 ein neues sozialwissenschaftliches Institut gründete (das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln) und wie sich die spezifische Ausrichtung dieses Instituts erklären lässt. Das MPI für Gesellschaftsforschung stellte die Antwort auf eine Reihe von Notwendigkeiten dar. Der Neugründung ging zunächst eine langwierige und hitzige öffentliche Debatte um die Schließung (1980/81) des von Carl Friedrich von Weizsäcker und Jürgen Habermas geleiteten Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der technisch-wissenschaftlichen Welt in Starnberg voraus. Die Diskussionen über die Zukunft des Instituts begannen bereits 1975 und fielen in eine Zeit politischer Polarisierung, die auch die Max Planck Gesellschaft erfasste. Jede Personal- und Strukturentscheidung über das Starnberger Institut wurde de facto zu einer politischen Entscheidung. Mit der Konzeption des Kölner Instituts vollzog die MPG schließlich eine wissenschaftspolitische Kehrtwende gegenüber Starnberg. Zugleich bündelten sich im Forschungsprogramm des neuen Instituts eine Reihe jener Konsequenzen, die die  Sozialwissenschaften seit Mitte der Siebzigerjahre aus ihren Zweifeln, Diagnosen und neuen Gewissheiten nach dem Ende des Booms der vorausgegangenen zwei Jahrzehnte zogen.

Ordnung schaffen. Deutsche Raumplanung im 20. Jahrhundert (Göttingen: Wallstein Verlag, 2008)

Ausgangspunkt meiner Dissertation war die Frage nach den Kontinuitäten und dem Wandel von Konzeptionen, Leitbildern und Ordnungsvorstellungen der deutschen Raumplanung im 20. Jahrhundert. Die Raumplanung habe ich dabei als eine Idee und als ein Projekt begriffen, das als kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Moderne zu verstehen ist: Sie war eine Antwort auf die Dynamiken der Urbanisierung und der industriellen Massengesellschaft. In immer neuen Anläufen und unter wechselnden Vorzeichen suchte sie den Folgen wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Modernisierung mit Hilfe von Ordnung und Planung zu begegnen. Diese Geschichte der deutschen Raumplanung – von ihren Anfängen in den zwanziger Jahren bis in die siebziger und frühen achtziger Jahre hinein – ließ sich nach dem Muster einer Verlaufsgeschichte erzählen, dem Muster von Aufstieg und Niedergang des raumplanerischen Projekts. Im ersten und bisher letzten Praxisversuch einer nationalen Raumordnungspolitik in der Bundesrepublik offenbarten sich zu Beginn der siebziger Jahre nicht nur die Grenzen politischer Steuerung. Zugleich neigte sich jene Epoche ihrem Ende zu, aus der die Raumplanung hervorgegangen war, als ein Phänomen des "Jahrhunderts" zwischen 1880 und 1980.

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Publikationen

Bücher

Aufsätze und Artikel

  • Experten - Dynamiken zwischen Wissenschaft und Politik, in: Christiane Reinecke/Thomas Mergel (Hrsg.), Das Soziale ordnen. Sozialwissenschaften und gesellschaftliche Ungleichheit im 20. Jahrhundert (Frankfurt a.M.: Campus, 2012), S. 339-371.
  • Schlagwort, Prognostik oder Utopie? Daniel Bell über Wissen und Politik in der „postindustriellen Gesellschaft“,  in: Zeithistorische Forschungen / Studies in Contemporary History 9:1 (2012), S. 161-167.
  • Vom Anfang und Ende einer wissenschaftlich-administrativen Mission: Nationalstaatliche Raumordnungspolitik in Deutschland 1935 bis 1975, in: Archiv für Sozialgeschichte 50 (2010), S. 69-107.
  • Die pragmatische Wende: Die Max-Planck-Gesellschaft und die Gründung des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung, in: Jens Beckert/Wolfgang Streeck (Hrsg.), Die deutschen Sozialwissenschaften und die Gründung des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung. MPIfG Working Paper 10/01 (Köln: Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, 2010), S. 9-17.
  • Ordnung, Ausgleich, Harmonie. Koordinaten raumplanerischen Denkens in Deutschland 1920 bis 1970, in: Thomas Etzemüller (Hrsg.), Die Ordnung der Moderne. Social engineering im 20. Jahrhundert (Bielefeld: transcript Verlag, 2009), S. 129-150.
  • Raumforschung, Raumplanung und NS-Vergangenheit. Forschungsstand, Deutungen, Kontinuitäten, in: Heinrich Mäding/Wendelin Strubelt (Hrsg.), Vom Dritten Reich zur Bundesrepublik. Beiträge einer Tagung zur Geschichte von Raumforschung und Raumplanung (Hannover: Akademie für Raumforschung und Landesplanung, 2009), S. 21-38.
  • Der Gedanke des Ausgleichs und die Ursprünge des Leitbildes der „gleichwertigen Lebensbedingungen“, in: Heinrich Mäding/Wendelin Strubelt (Hrsg.), Vom Dritten Reich zur Bundesrepublik. Beiträge einer Tagung zur Geschichte von Raumforschung und Raumplanung (Hannover: Akademie für Raumforschung und Landesplanung, 2009), S. 210-225.
  • Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung, in: Handbuch der völkischen Wissenschaften. Hrsg. von Ingo Haar und Michael Fahlbusch (München: K.G. Saur, 2008), S. 520-527.
  • Der Generalplan Ost vom Juni 1942, in: 100(0) Schlüsseldokumente zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert, http://www.1000dokumente.de/index.html?c=1000_dokumente_de&l=de

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